impetus, verlag- und projektagentur, mag. susanne vorhoferLogo: Impetus Verlag

Wann wird schlechte Typografie gefährlich? Wenn eine lebenswichtige Botschaft schlecht zu lesen ist.

Es soll schon jemand wegen falscher Dosierung ins Krankenhaus eingeliefert worden sein. Vielleicht lag das ja nur an der schlecht lesbaren Schrift am Verpackungszettel.
Zwei wichtige Fragen, bevor man einen Text gut lesbar aufs Papier bringt: Wer soll das lesen? Ein Berufsleser, ein Freizeitleser oder gar ein Leseanfänger? Jemand, der diesen Text lesen will, oder jemand, der ihn lesen soll oder muss. Wie soll gelesen werden? Flüchtig im Vorbeigehen oder bewusst auf die Botschaft konzentriert?

Tipp Typografie allgemein

Für eine gute Typografie gilt es, folgende Punkte zu beachten:

  • Die Wahl der richtigen Schrift
  • Die Wahl der richtigen Satzart
  • Das Verhältnis der Buchstaben zueinander (Laufweite)
  • Das Verhältnis der Wörter einer Zeile zueinander (Wortabstand)
  • Das Verhältnis von Wortabstand und Satzbreite zu Zeilenabstand (Durchschuss)

Tipp für schmale Schriften

Eine Faustregel besagt: Schmalsatz ist Flattersatz
Beim Blocksatz von sehr schmal laufenden Schriften besteht die Gefahr, dass das Schriftbild zu dicht und fleckig wirkt. Der Grund: Buchstaben stehen eng, die Wörter im Verhältnis zu weit

Tipp für ältere Zielgruppen

Bei dieser Zielgruppe ist besonders auf eine leichte Lesbarkeit zu achten. Vor allem bei längeren Texten ist einer Serifen-Schrift der Vorzug zu geben.
Warum? Die Buchstabenform ist eindeutiger im Vergleich zu einer serifenlosen Schrift.
Serifen sind kleine Linien oder Tropfen, die einen Buchstabenstrich am Ende abschließen.
Bekannte Serifen-Schriften: Times, Garamond
Bekannte serifenlose Schriften: Arial, Futura, Helvetica

Tipp für Leseanfänger (Kinder, Fremdsprachige)

Geübte Leser erfassen ganze Wortbilder mit einem Blick. Leseanfänger müssen mehrere Rückschlüsse vollziehen und analysieren: vom vermuteten Wortsinn auf das Wortbild und von diesem auf die Buchstaben.

  • Zeilenlänge muss überschaubar bleiben
  • Zeilenbrechung muss nach Sinnzusammenhängen erfolgen
  • Wortbilder müssen eindeutig erfassbar sein, daher deutliche Wörtertrennung
  • Typografische Grundkenntnisse sind bei dieser Zielgruppe besonders wichtig

Tipp für Ihren raschen Schriften-Check

Oft sind nicht die einfachsten, sondern die eindeutigsten Buchstabenformen am besten lesbar

  • Wie groß ist die Verwechslungsgefahr (Il / groß I und klein L)?
  • Wie hoch ist die Gefahr des Zusammenfließens (rn)?
  • Wie deutlich oder undeutlich sind die Proportionen (hn)?
  • Wie groß ist die Ähnlichkeit der Buchstaben (adg)?